i #Save the Date: IVS Mitgliederversammlung: 19. März 2027

Wie gelingt es Führungskräften, auch in unsicheren Zeiten Orientierung zu geben und handlungsfähig zu bleiben? Dieser Frage gingen am 20. Oktober 2026 rund 50 Führungskräfte am IVS-Anlass «Führen in unsicheren Zeiten» im gut besuchten Meetingpoint Schaffhausen nach.

Bereits bei der Begrüssung durch Ursula Rüedi, Vertreterin der IVS Personal- und Bildungskommission, wurde deutlich: Wandel gehört zum Führungsalltag. Entscheidend ist, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn der weitere Weg noch nicht klar ist.

Orientierung schaffen, auch ohne alle Antworten zu kennen
Jana Lév, Buchautorin und Unternehmensgestalterin, zeigte in ihrem Impulsreferat auf, worauf es bei der Führung in unsicheren Zeiten ankommt. Im Zentrum steht die Fähigkeit, Orientierung zu geben, auch wenn nicht auf jede Frage eine Antwort vorliegt. Dafür braucht es Robustheit, eine pragmatische Haltung und eine ausgeprägte Vertrauenskultur, verbunden mit Beweglichkeit und Mut.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die transparente Kommunikation. Mit dem Konzept des «Circle of Influence» regte Jana Lév dazu an, den eigenen Handlungsspielraum bewusst zu reflektieren: Was kann ich selbst steuern, was kann ich beeinflussen? Ziel ist es, die vorhandene Energie gezielt dort einzusetzen, wo sie tatsächlich etwas bewirken kann.

Auf besonderes Interesse stiess das «Vertrauensdreieck», das auf den drei Eckpfeilern Authentizität, Logik und Empathie beruht. Weitere Denkanstösse lieferten die Bedeutung schnellen Lernens, das Treffen von Entscheidungen trotz unvollständiger Informationen sowie das Prinzip des «Affordable Loss», bei dem bewusst nur Risiken eingegangen werden, deren mögliche Verluste tragbar sind.

Einblicke in den Führungsalltag regionaler Unternehmen
In der anschliessenden Podiumsdiskussion wurde der Bogen von der Theorie zur unternehmerischen Praxis geschlagen. Reto Wetter (Pletscher Metallbau AG), Luca Jaquet (Steiggarage AG) und Vivien Sohn (Hübscher Holzbau AG) gewährten persönliche Einblicke in ihren Führungsalltag und zeigten auf, wie sie mit Unsicherheit und Veränderung umgehen.

Vivien Sohn unterstrich die Bedeutung des Zusammenhalts im Unternehmen. Gemeinsame Erfolge zu feiern, als Führungskraft präsent und empathisch zu sein und bei Bedarf auch selbst Unterstützung anzunehmen, sind für sie wichtige Erfolgsfaktoren.

Luca Jaquet betonte, wie entscheidend Transparenz und Authentizität im Führungsalltag sind. Ebenso wichtig sei es, die Mitarbeitenden aktiv in Veränderungsprozesse einzubeziehen und den Wandel gemeinsam zu gestalten.

Reto Wetter wiederum plädierte dafür, den Blick bewusst auch auf das zu richten, was gut läuft. Gerade in herausfordernden Zeiten gelte es, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und die gemeinsamen Werte im Unternehmen zu schärfen.

Weitere Themen der lebhaften Diskussion waren die stufengerechte Kommunikation sowie die selbstkritische Frage, inwiefern Führungskräfte durch ihr eigenes Verhalten möglicherweise selbst zur Verunsicherung ihrer Mitarbeitenden beitragen.

Wertvolle Impulse und persönlicher Austausch
Der Anlass bot den Teilnehmenden zahlreiche praxisnahe Denkanstösse und konkrete Anregungen für ihren Führungsalltag. Beim anschliessenden Apéro wurden die Diskussionen in persönlichen Gesprächen vertieft und Erfahrungen ausgetauscht. Ein gelungener Abschluss eines Abends, der deutlich machte: Gute Führung bedeutet nicht, auf alles eine Antwort zu haben, sondern auch in unsicheren Zeiten Vertrauen und Orientierung zu schaffen.