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Auf der MS Thurgau, dem Motorschiff mit der längsten Geschichte der Bodensee-Schifffahrt, ging es wie jedes Jahr nicht nur auf grosse Fahrt bis nach Stein am Rhein und zurück, sondern auch auf eine Reise durch spannende Diskussionen und anregende Vorträge. Die IVS hatte wieder zum get-together geladen, bei dem 150 Gäste nicht nur die idyllische Rheinlandschaft genossen, sondern auch in den Tiefen des Unterdecks über die Herausforderungen und Chancen des Gesundheitswesens philosophierten.

IVS Co-Präsident Martin Vogel eröffnete den Nachmittag mit einem Appell an die Region und die Politik zur Agilität und Voraussicht in der Entscheidungsfindung. Schaffhausen solle metaphorisch als „Schnellboot“ verstanden werden. Vogel machte auf die wachsenden Ansprüche aller Gesellschaftsgruppen aufmerksam und betonte, dass ein Übermass an Bürokratie die wirtschaftliche Entwicklung lähmen könne.

Quo vadis Gesundheitswesen?
In den anschliessenden Referaten vermittelten drei Gesundheitsfachleute den Gästen Denkanstösse. Philip Sommer von PwC Schweiz eröffnete mit einem Blick auf die hohe Qualität des Schweizer Gesundheitswesens. Doch auch das Kostendilemma stellte er mit vielen Fakten dar. Sein Appell war, die Digitalisierung mit weitaus grösserem Elan und auch mit deutlich mehr Budget voranzutreiben. Dadurch könne man zukünftig enorme Einsparungen erzielen.

Andrea Rytz, CEO der Schulthess-Klinik, sorgte mit ihrem Temperament für einen positiven Einstieg, als sie die Perspektive der Patienten beleuchtete. Unter dem Motto „Wenn es um uns geht, wollen wir König sein und auf nichts verzichten: Koste es, was es wolle“, beschrieb sie unsere Einstellung als Patient, nach der nichts weniger als Spitzenleistungen im Gesundheitswesen für das eigene Wohl akzeptabel seien. Ihr Vorschlag, den Katalog der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu kürzen, um Kosten zu senken, wurde durchaus kontrovers diskutiert.

Als die MS Thurgau an Diessenhofen vorbeifuhr, übernahm Tobias Wolf, Gründer des Telemedizinunternehmens Online Doctor, das Mikrofon. Er betonte die Notwendigkeit von mehr Unternehmertum im Gesundheitswesen und auch die wichtige Rolle der Digitalisierung. Sein Appell, die Akzeptanz für digitale Dienstleistungen zu fördern, fand Anklang im Auditorium. Die Realität sieht leider noch anders aus. Vielleicht hat die Diskussion den einen oder die andere zum Umdenken bewegt…

Die IVS verbindet
Die IVS-Schifffahrt bot somit nicht nur die malerische Kulisse entlang des Rheins sondern auch einen Einblick in aktuelle hot topics im Gesundheitswesen, mit denen ganz akut auch die Region Schaffhausen konfrontiert ist. Die vielen Diskussionen im Anschluss an die Vortragsreihe bei schmackhaften Häppchen und regionalen Getränken zeigten wieder einmal mehr den Wert der IVS-Schifffahrt auf: Wir sitzen alle in einem Boot – IVS verbindet.

Von Claus Martini, Projektleiter IVS-Schifffahrt & CEO IVF Hartmann Group

 

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