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Das amerikanische Steuer-Powerplay trifft Schaffhausen dort, wo es weh tut: bei der Standortattraktivität. Während die Schweiz die OECD-Mindeststeuer mitträgt, haben sich die USA ein Sonderregime gesichert, das US-Konzernen faktisch Vorteile verschafft. Damit gerät das bisherige Erfolgsmodell unter Druck. Abwanderungen sind möglich, und die Folgen würden nicht nur Grossfirmen treffen, sondern auch KMU-Zulieferer sowie kantonale und kommunale Investitionspläne. Die Steuer- und Finanzkommission der IVS analysiert die sich verändernde Situation laufend und steht in Kontakt mi kantonalen Stellen und einzelnen Unternehmen.

Das Powerplay der USA hat nicht nur zu Zollstreitigkeiten geführt, sondern auch die Steuerlandschaft der Schweiz beeinflusst. Die unterschiedlichen Interessen der USA und der OECD im Bereich der Mindeststeuern führten zu einem Side-by-Side Agreement, bei dem die US-Aussensteuergesetze als Äquivalent zu den OECD-Mindeststeuern anerkannt wurden. Dadurch haben die USA die von der Schweiz akzeptierten Modellregeln nicht übernommen, was US-basierten Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Aus steuerlicher Sicht wird das Erfolgsmodell «Schweiz» in Frage gestellt. Einerseits haben wir uns zu den Modellregeln der OECD bekannt, was zu Nachteilen für Schweizer Unternehmen gegenüber US-Unternehmen führen dürfte. Andererseits ist ungewiss, ob und wie die hier ansässigen Unternehmen mit US-Bezug Standortveränderungen vornehmen werden, um keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden.

Die Tätigkeit der Steuer- und Finanzkommission im Jahr 2025 bestand daher primär aus der Analyse der sich stetig ändernden Verlautbarungen der OECD und dem Austausch mit der Wirtschaftsförderung über mögliche Massnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die hier ansässigen Unternehmen.

Für den Standort Schaffhausen sind die Erkenntnisse aus dem US-Powerplay jedoch ernüchternd. Das bisher erfolgreiche Steuermodell stösst an seine Grenzen. Abwanderungen sind nicht auszuschliessen, was negative Folgen für alle Zulieferer im KMU-Bereich sowie für die geplanten kantonalen und kommunalen Investitionen haben könnte.

von Jonas Keller, Kommissisonsvorsitzender

 

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