Die IVS im Jahr 2025 – und ein Blick voraus
Politische Engagements 2025
Die Ersatzwahl in den Ständerat bildete für die bürgerlichen und wirtschaftsnahen Kräfte Schaffhausens die Möglichkeit, nach dem Sitzverlust 2023 wieder einen zweiten Vertreter nach Bern zu schicken. Nachdem sich SVP und FDP auf einen Kandidaten geeinigt hatten, gab auch die IVS frühzeitig eine klare Empfehlung für Severin Brüngger ab. Zusätzlich setzte die IVS eine gemeinsame Verbandskampagne mit dem Kantonalen Gewerbeverband KGV und dem HEV Schaffhausen um, in welcher Brüngger als wirtschafts- und standortpolitisch verlässliche Stimme positioniert wurde. Mit Erfolg: Seit September 2025 vertritt Severin Brüngger gemeinsam mit Hannes Germann Schaffhauser Anliegen in Bern. An dieser Stelle verdanken wir gerne noch einmal das herausragende Engagement unserer Kommunikationsleiterin und Wahlkampfleiterin Nina Schärrer. Auch im Abstimmungskampf gegen die Erbschaftssteuer-Initiative der Juso hat die IVS klar Stellung bezogen und vor Abwanderung, Steuerausfällen und schleichendem Abbau von Arbeitsplätzen gewarnt. Verschiedene Vernehmlassungen, Interventionen und Diskussionen mit Politik und Behörden gehörten weiter zum belebten 2025.Aus den Kommissionen
Vier IVS-Kommissionen setzen sich für eine ständige Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Region Schaffhausen ein: Die Schwerpunkte der Wirtschafts- und Infrastrukturkommission lagen 2025 auf der weiteren Priorisierung der 2. Fäsenstaubröhre und Qualitätsverbesserungen bei Bahnverbindungen; dem Austausch mit Stadt und Kanton bezüglich Ausgestaltung der Industriezonen und Arbeitsflächenmanagement; der ersten eigenen Umsetzung des IVS Innovationspreises und dem Vorantreiben des Tagesstruktur-Angebots im Kanton. Zum Jahresrückblick der Wirtschafts- und Infrastrukturkommission Die Steuer und Finanzkommission beschäftigte 2025 vor allem eine Entwicklung: Das bisherige Steuermodell als Standortargument gerät unter Druck. Auslöser war das Zusammenspiel aus OECD-Mindeststeuer und dem US-Sonderregime. Die Kommission hat die laufend wechselnden OECD-Verlautbarungen eng verfolgt, den Austausch mit kantonalen Stellen und Unternehmen gesucht und nach Massnahmen zur Stärkung der Rahmenbedingungen gefragt. Zum Jahresrückblick der Steuer- und Finanzkommission Die Umwelt und Energiekommission hat 2025 praxisnah gearbeitet: Sie identifizierte Themen, bei denen viele Betriebe Orientierung brauchen, ohne dass die IVS eine Fachberatung ersetzen will. Die drei Schwerpunkte für 2026 sind: PFAS; Zielvereinbarungen bezüglich Energieverbrauch und CO2-Ausstoss sowie Kreislaufwirtschaft und Prozesswärme. Zum Jahresrückblick der Umwelt- und Energiekommission Die Arbeit der Bildungs- und Personalkommission orientierte sich 2025 an den Massnahmen aus der “Handlungsanalyse Fachkräftemangel”. Konkret geht es um die Schnittstellenpflege zwischen Industrie und Schule sowie um die Einführung eines Berufsbildungsfonds, welcher Lehrbetriebe finanziell entlasten soll. Zudem wurde an zwei Erfa-Anlässen über Rekrutierung im KI-Zeitalter sowie über arbeitsplatzrechtliche Themen informiert und rege diskutiert. Zum Jahresrückblick der Bildungs- und PersonalkommissionAusblick 2026
Wenn man die Signale einer Zeitenwende und Umgestaltung der Weltordnung ernst nimmt, ist die richtige Haltung für 2026 nicht “weiter so”, sondern “schneller, mutiger und smarter”. Die Welt wird protektionistischer, der Steuerwettbewerb verschiebt sich, und der Vorteil tiefer Steuern schwindet durch neue OECD-Regeln. Deshalb steigt der Druck auf Standorte wie Schaffhausen, Unternehmen mit neuen Argumenten zu halten. Schaffhausen droht eine reale Gefahr. Denn ein grosser Teil unserer Steuereinnahmen stammt von angesiedelten Firmen ohne Produktion. Diese sind geografisch sehr flexibel. Sollten sie sich aufgrund veränderter Rahmenbedingungen neu ausrichten, fehlen uns plötzlich Mittel, die in den letzten Jahren für Ausbau, Infrastruktur und Verwaltung selbstverständlich waren. Dann könnte “weniger” schnell zum dominierenden Wort der nächsten Jahre werden. Die IVS-Co-Präsidenten haben diese Thematik bei der Regierung eingebracht und kürzlich mit den Schaffhauser Nachrichten besprochen. zum Artikel Die IVS ist dann am stärksten, wenn sie Fachwissen aus den Mitgliedfirmen bündelt und daraus praxistaugliche Positionen formt und diese aktiv und gezielt in die Politik und die Verwaltung einbringt. 2026 dürfte um einiges anspruchsvoller und das Wirken für bessere Rahmenbedingungen noch wichtiger werden. Gerade deshalb lohnt sich unser gemeinsames Engagement, weil die Weichen für unser Schaffhausen der Zukunft jetzt gestellt werden. [post_title] => Die IVS im Jahr 2025 – und ein Blick voraus [post_excerpt] => 2025 war für die IVS ein Jahr, in dem sich vieles gleichzeitig bewegte: Die Debatte um Standortfragen wurde rauer, der politische Takt wurde schneller, und in den Kommissionen ging es weniger um Grundsatzpapiere als vielmehr um konkrete Projekte. [post_status] => publish [comment_status] => closed [ping_status] => closed [post_password] => [post_name] => die-ivs-im-jahr-2025-und-ein-blick-voraus [to_ping] => [pinged] => [post_modified] => 2026-02-19 11:37:04 [post_modified_gmt] => 2026-02-19 10:37:04 [post_content_filtered] => [post_parent] => 0 [guid] => https://ivs.ch/?p=12747 [menu_order] => 0 [post_type] => post [post_mime_type] => [comment_count] => 0 [filter] => raw )2025 war für die IVS ein Jahr, in dem sich vieles gleichzeitig bewegte: Die Debatte um Standortfragen wurde rauer, der politische Takt wurde schneller, und in den Kommissionen ging es weniger um Grundsatzpapiere als vielmehr um konkrete Projekte.
Die IVS wird getragen von vielen freiwillig engagierten Persönlichkeiten der regionalen Wirtschaft. Um ihnen allen zu danken, lud die IVS im Juni 2025 zum IVS-Dankesanlass in das Klostergut Paradies ein. Dort erhielten wir Einblick in den geplanten Hotelneubau und besuchten die historische Eisenbibliothek.
Damit ein Verband wie die IVS funktioniert, ist neben dem Ehrenamt auch organisatorische Professionalität im Hintergrund gefragt. Das vergangene Jahr war das erste, welches die neue IVS-Geschäftsstellenleiterin Sonja Schilling im Alleingang gemeistert hat. Sie hat sich rasch in ihre Rolle eingefunden und führt unsere Geschäftsstelle umsichtig und gut organisiert.
Der erste Grossevent der IVS im vergangenen Jahr war die Mitgliederversammlung in Thayngen. Nach den klassischen Traktanden gaben die Kommissionen und Co-Präsidenten Einblick in ihre Schwerpunkte 2024 und 2025. Highlight des Abends waren der Talk mit Unternehmer und Ex-Nationalrat Ruedi Noser sowie die wertvolle Möglichkeit, mit anderen Unternehmern sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung zu netzwerken. Die IVS-Schifffahrt stand im vergangenen Jahr unter dem Motto «KI: Chancen und Risiken aus Sicht von Schaffhausen», ein Themenfeld, das aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Entsprechend widmete sich auch ein Anlass im Rahmen unseres englischsprachigen International Forums 2025 den Einsatzmöglichkeiten von KI im beruflichen Alltag.
Politische Engagements 2025
Die Ersatzwahl in den Ständerat bildete für die bürgerlichen und wirtschaftsnahen Kräfte Schaffhausens die Möglichkeit, nach dem Sitzverlust 2023 wieder einen zweiten Vertreter nach Bern zu schicken. Nachdem sich SVP und FDP auf einen Kandidaten geeinigt hatten, gab auch die IVS frühzeitig eine klare Empfehlung für Severin Brüngger ab. Zusätzlich setzte die IVS eine gemeinsame Verbandskampagne mit dem Kantonalen Gewerbeverband KGV und dem HEV Schaffhausen um, in welcher Brüngger als wirtschafts- und standortpolitisch verlässliche Stimme positioniert wurde. Mit Erfolg: Seit September 2025 vertritt Severin Brüngger gemeinsam mit Hannes Germann Schaffhauser Anliegen in Bern. An dieser Stelle verdanken wir gerne noch einmal das herausragende Engagement unserer Kommunikationsleiterin und Wahlkampfleiterin Nina Schärrer.
Auch im Abstimmungskampf gegen die Erbschaftssteuer-Initiative der Juso hat die IVS klar Stellung bezogen und vor Abwanderung, Steuerausfällen und schleichendem Abbau von Arbeitsplätzen gewarnt.
Verschiedene Vernehmlassungen, Interventionen und Diskussionen mit Politik und Behörden gehörten weiter zum belebten 2025.
Aus den Kommissionen
Vier IVS-Kommissionen setzen sich für eine ständige Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Region Schaffhausen ein:
Die Schwerpunkte der Wirtschafts- und Infrastrukturkommission lagen 2025 auf der weiteren Priorisierung der 2. Fäsenstaubröhre und Qualitätsverbesserungen bei Bahnverbindungen; dem Austausch mit Stadt und Kanton bezüglich Ausgestaltung der Industriezonen und Arbeitsflächenmanagement; der ersten eigenen Umsetzung des IVS Innovationspreises und dem Vorantreiben des Tagesstruktur-Angebots im Kanton.
Zum Jahresrückblick der Wirtschafts- und Infrastrukturkommission
Die Steuer und Finanzkommission beschäftigte 2025 vor allem eine Entwicklung: Das bisherige Steuermodell als Standortargument gerät unter Druck. Auslöser war das Zusammenspiel aus OECD-Mindeststeuer und dem US-Sonderregime. Die Kommission hat die laufend wechselnden OECD-Verlautbarungen eng verfolgt, den Austausch mit kantonalen Stellen und Unternehmen gesucht und nach Massnahmen zur Stärkung der Rahmenbedingungen gefragt.
Zum Jahresrückblick der Steuer- und Finanzkommission
Die Umwelt und Energiekommission hat 2025 praxisnah gearbeitet: Sie identifizierte Themen, bei denen viele Betriebe Orientierung brauchen, ohne dass die IVS eine Fachberatung ersetzen will. Die drei Schwerpunkte für 2026 sind: PFAS; Zielvereinbarungen bezüglich Energieverbrauch und CO2-Ausstoss sowie Kreislaufwirtschaft und Prozesswärme.
Zum Jahresrückblick der Umwelt- und Energiekommission
Die Arbeit der Bildungs- und Personalkommission orientierte sich 2025 an den Massnahmen aus der “Handlungsanalyse Fachkräftemangel”. Konkret geht es um die Schnittstellenpflege zwischen Industrie und Schule sowie um die Einführung eines Berufsbildungsfonds, welcher Lehrbetriebe finanziell entlasten soll. Zudem wurde an zwei Erfa-Anlässen über Rekrutierung im KI-Zeitalter sowie über arbeitsplatzrechtliche Themen informiert und rege diskutiert.
Zum Jahresrückblick der Bildungs- und Personalkommission
Ausblick 2026
Wenn man die Signale einer Zeitenwende und Umgestaltung der Weltordnung ernst nimmt, ist die richtige Haltung für 2026 nicht “weiter so”, sondern “schneller, mutiger und smarter”. Die Welt wird protektionistischer, der Steuerwettbewerb verschiebt sich, und der Vorteil tiefer Steuern schwindet durch neue OECD-Regeln. Deshalb steigt der Druck auf Standorte wie Schaffhausen, Unternehmen mit neuen Argumenten zu halten.
Schaffhausen droht eine reale Gefahr. Denn ein grosser Teil unserer Steuereinnahmen stammt von angesiedelten Firmen ohne Produktion. Diese sind geografisch sehr flexibel. Sollten sie sich aufgrund veränderter Rahmenbedingungen neu ausrichten, fehlen uns plötzlich Mittel, die in den letzten Jahren für Ausbau, Infrastruktur und Verwaltung selbstverständlich waren. Dann könnte “weniger” schnell zum dominierenden Wort der nächsten Jahre werden.
Die IVS-Co-Präsidenten haben diese Thematik bei der Regierung eingebracht und kürzlich mit den Schaffhauser Nachrichten besprochen. zum Artikel
Die IVS ist dann am stärksten, wenn sie Fachwissen aus den Mitgliedfirmen bündelt und daraus praxistaugliche Positionen formt und diese aktiv und gezielt in die Politik und die Verwaltung einbringt. 2026 dürfte um einiges anspruchsvoller und das Wirken für bessere Rahmenbedingungen noch wichtiger werden. Gerade deshalb lohnt sich unser gemeinsames Engagement, weil die Weichen für unser Schaffhausen der Zukunft jetzt gestellt werden.
Das amerikanische Steuer-Powerplay trifft Schaffhausen dort, wo es weh tut: bei der Standortattraktivität. Während die Schweiz die OECD-Mindeststeuer mitträgt, haben sich die USA ein Sonderregime gesichert, das US-Konzernen faktisch Vorteile verschafft. Damit gerät das bisherige Erfolgsmodell unter Druck. Abwanderungen sind möglich, und die Folgen würden nicht nur Grossfirmen treffen, sondern auch KMU-Zulieferer sowie kantonale und kommunale Investitionspläne. Die Steuer- und Finanzkommission der IVS analysiert die sich verändernde Situation laufend und steht in Kontakt mi kantonalen Stellen und einzelnen Unternehmen.
Das Powerplay der USA hat nicht nur zu Zollstreitigkeiten geführt, sondern auch die Steuerlandschaft der Schweiz beeinflusst. Die unterschiedlichen Interessen der USA und der OECD im Bereich der Mindeststeuern führten zu einem Side-by-Side Agreement, bei dem die US-Aussensteuergesetze als Äquivalent zu den OECD-Mindeststeuern anerkannt wurden. Dadurch haben die USA die von der Schweiz akzeptierten Modellregeln nicht übernommen, was US-basierten Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft.
Aus steuerlicher Sicht wird das Erfolgsmodell «Schweiz» in Frage gestellt. Einerseits haben wir uns zu den Modellregeln der OECD bekannt, was zu Nachteilen für Schweizer Unternehmen gegenüber US-Unternehmen führen dürfte. Andererseits ist ungewiss, ob und wie die hier ansässigen Unternehmen mit US-Bezug Standortveränderungen vornehmen werden, um keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden.
Die Tätigkeit der Steuer- und Finanzkommission im Jahr 2025 bestand daher primär aus der Analyse der sich stetig ändernden Verlautbarungen der OECD und dem Austausch mit der Wirtschaftsförderung über mögliche Massnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die hier ansässigen Unternehmen.
Für den Standort Schaffhausen sind die Erkenntnisse aus dem US-Powerplay jedoch ernüchternd. Das bisher erfolgreiche Steuermodell stösst an seine Grenzen. Abwanderungen sind nicht auszuschliessen, was negative Folgen für alle Zulieferer im KMU-Bereich sowie für die geplanten kantonalen und kommunalen Investitionen haben könnte.
von Jonas Keller, Kommissisonsvorsitzender
Mehr zur Steuer- und Finanzkommission
Umwelt- und Energiethemen sind für Unternehmen je nach Ausgangslage unterschiedlich relevant. Die IVS-Kommission für Umwelt und Energie hat 2025 genutzt, um aktuelle Themen zu identifizieren, die für viele Mitgliedsfirmen praxisnah sind. In der kommenden Zeit vertieft die Kommission diese Themen und bereitet Informationen für interessierte Unternehmen auf. Das Angebot ersetzt keine Fachberatung. Es geht um Orientierung, Grundlagen und den Zugang zu verlässlichen Inhalten, nicht um individuelle Empfehlungen oder Fallbeurteilungen. Die Themen werden nachstehend kurz erläutert:
PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen)
Der Fokus liegt aktuell auf der Umsetzung des EU-weiten Beschränkungsvorschlags, der PFAS in vielen Industriebereichen sukzessive verbietet, sofern keine kritischen Ausnahmen (z. B. Medizintechnik) vorliegen. Seit kurzem gelten zudem verschärfte Trinkwasser-Grenzwerte in der EU, während die Schweiz die Übernahme dieser Werte intensiv prüft, um harmonisierte Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Siehe auch dazu den detaillierten Text weiter unten.
Zielvereinbarungen (Energie & CO2)
Zielvereinbarungen sind für Unternehmen der entscheidende Hebel, um sich von der CO2-Abgabe befreien zu lassen oder Netzzuschlagsrückerstattungen zu erhalten, wobei die Anforderungen durch das neue Stromgesetz präzisiert wurden. Verpflichtend sind die Zielwerte meist für Grossverbraucher, während KMU oft auf freiwilliger Basis teilnehmen, um von Förderprogrammen und Steuervorteilen zu profitieren.
Waste / Abfallverwertung / Recycling
Durch die aktuelle Revision des Umweltschutzgesetzes rückt die Kreislaufwirtschaft weiter in den Fokus. Technologisch gewinnen das chemische Recycling und KI-gestützte Sortieranlagen an Bedeutung, um auch komplexe Verbundstoffe wieder in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Unternehmen tauschen sich vermehrt über den digitalen Produktpass aus, der Transparenz über die Materialzusammensetzung und damit die Recyclingfähigkeit entlang der gesamten Lieferkette schaffen soll.
Hochtemperatur-Wärmepumpen (> 150 Grad)
In der industriellen Prozesswärme haben Hochtemperatur-Wärmepumpen die 150-Grad-Marke mittlerweile stabil geknackt und dienen oft als Ersatz für gasbetriebene Dampferzeuger. Der technologische Stand umfasst Systeme, die mit natürlichen Kältemitteln oder speziellen Gemischen arbeiten, um selbst bei diesen extremen Temperaturen hohe Wirkungsgrade zu erzielen. Erste Pilotanlagen zeigen, dass die Integration in bestehende Abwärmeströme der Lebensmittel- und Chemieindustrie die Dekarbonisierung deutlich beschleunigt.
Strommangellage / Blackout
Trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien bleibt das Risiko einer Strommangellage im Winter weiterhin bestehen, da die inländische Produktion die saisonalen Lücken noch nicht vollständig decken kann.
Stromspeicherung
Der aktuelle technische Stand ist geprägt vom Durchbruch der Natrium-Ionen-Batterien im stationären Bereich, die als kostengünstige und ressourcenschonende Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus gelten. Zudem wird das bidirektionale Laden (Vehicle-to-Grid) rechtlich und technisch breiter unterstützt, wodurch Elektrofahrzeug-Flotten als virtuelle Grossspeicher fungieren können. Für Industriebetriebe rücken zudem thermische Speicher (z. B. Flüssigsalz- oder Erdwärmespeicher) in den Fokus, um Überschussstrom effizient für spätere Wärmeprozesse zwischenzulagern.
Schwerpunktthema «Ersatz von PFAS: Nutzen, Risiken und industrielle Herausforderungen»
Definition und Bedeutung
PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) umfassen über 10’000 synthetische Chemikalien, die seit den 1940er-Jahren (bekanntester Vertreter: Teflon) industriell genutzt werden. Ihre extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen machen sie wasser-, öl- und schmutzabweisend sowie thermisch und chemisch hochresistent. Diese Eigenschaften machen sie bislang zu einem unverzichtbaren Standard in fast allen Industriezweigen.
Einsatzgebiete
Die Anwendungen sind vielfältig und betreffen nicht nur spezialisierte Branchen:
- Schlüsselindustrien: Halbleiterfertigung, Medizintechnik (Implantate), Luftfahrt (Dichtungen), Energietechnik (Batterien) und Chemieanlagenbau.
- Alltag und Betrieb: Feuerlöschschäume, technische Textilien, Schmiermittel, IT-Komponenten, Gebäudetechnik (Isolierungen) sowie Büro- und Küchenausstattungen.
Gründe für den Ersatz
Trotz ihrer technischen Vorteile sind PFAS hochproblematisch: Sie sind in der Natur kaum abbaubar („Ewigkeitschemikalien“) und reichern sich in der Umwelt sowie im menschlichen Körper an. Es besteht der Verdacht auf krebserregende Wirkungen und Beeinträchtigungen des Immunsystems. Infolgedessen plant die Schweiz – in Anlehnung an die EU – ab November 2026 erste Verbote für leicht ersetzbare Produkte (z. B. Textilien, Kosmetika, Verpackungen) sowie verschärfte Grenzwerte für Trinkwasser.
Herausforderungen für die Industrie
Die Umstellung stellt Unternehmen vor enorme Hürden:
- Technische Substitution: Es mangelt oft an Alternativen, die das gleiche Leistungsprofil (Hitze- und Chemikalienbeständigkeit) bieten.
- Qualifizierung: Neue Materialien müssen in sicherheitskritischen Bereichen (Medizin, Luftfahrt) langwierig getestet und zertifiziert werden.
- Wirtschaftliche Belastung: Hohe Kosten für Forschung, Prozessumstellung und die Reinigung kontaminierter Standorte fallen an.
- Verfügbarkeit: Viele Ersatzstoffe sind noch nicht in industriellen Mengen marktreif.
Der Verzicht auf PFAS ist ökologisch notwendig, aber technologisch komplex. Unternehmen sollten nicht abwarten, sondern frühzeitig in die Entwicklung nachhaltiger Alternativen investieren. Die Transformation erfordert Zeit und Kapital, bietet jedoch die Chance auf technologische Erneuerung und eine zukunftsfähige Marktpositionierung.
Herzlichen Dank
Die Kommission hat sich in diesem herausfordernden Jahr mit Engagement für die Anliegen rund um die Energie und Umwelt eingesetzt. Die Spezialist:innen der Kommission befassen sich in erster Linie mit konkreten Massnahmen im Bereich der Energieversorgung, mit Sparmassnahmen im Energiebereich sowie mit der Entsorgung von Reststoffen. Weitere wichtige Themen sind die Dekarbonisierung der Energie (CO2-Reduktion) und der Umgang mit Wasser bzw. Abwasser.
von Werner Schmid, Kommissionsvorsitzender
Mehr zur Umwelt- und Energiekommission
Die HR-Funktion ist in vielen Unternehmen stärker in strategische Fragen gerückt, besonders dort, wo Fachkräftemangel, Transformation und Führungsthemen den Alltag prägen. HR wirkt heute nicht nur in Administration und Rekrutierung, sondern auch in Führung, Kultur und Entwicklung. Gute Führung ist dabei ein zentraler Faktor: Sie schafft Orientierung, Vertrauen und Leistungsfähigkeit und beeinflusst Engagement und Bindung der Mitarbeitenden. In Zeiten von Digitalisierung, Fachkräftemangel und New Work unterstützt HR Führungskräfte gezielt dabei, ihre Führungsrolle wirksam auszugestalten und so den nachhaltigen Unternehmenserfolg zu sichern.
Die Kommission befasst sich mit Bildungs- und personalpolitischen Fragen. Regelmässig werden Themen von externen Stellen an uns herangetragen, was den Bedarf an Austausch und Einordnung unterstreicht. Im Jahr 2025 arbeiteten rund 12 HR- und Bildungsfachleute aktiv in der Kommission mit. In zwei Kommissionssitzungen, vier Erfa-Treffen sowie weiteren Arbeitsgruppensitzungen wurden Anliegen und Aktivitäten diskutiert, koordiniert und umgesetzt. Zusätzlich konnten zwei Networking-Anlässe durchgeführt werden.
Rückblick: Erfa-Anlass «Arbeitgeberhaftung bei Arbeitskonflikten, sexueller Belästigung und Mobbing»
Rückblick: Rekrutierung im digitalen und KI-Zeitalter
Kommissions-Schwerpunkte im Jahr 2025
Die Fokusthemen 2025 orientierten sich an den im Rahmen des RSE-Projekts «Handlungsanalyse Fachkräftemangel» definierten Massnahmen.
Massnahme «Schnittstellenpflege Industrie – Schule»
Ziel ist es, die Industrie näher an Schülerinnen und Schüler zu bringen. Es wurde neues Kommunikationsmaterial entwickelt, das Unternehmen bei der Gestaltung von interessanten und interaktiven berufskundlichen Nachmittagen unterstützt. Zudem bot die erste Schaffhauser Industrienacht eine gute Plattform, um in den teilnehmenden Unternehmen das vielfältige Ausbildungsangebot sichtbar zu machen.
Massnahme «Berufsbildungsfonds»
Ein Berufsbildungsfonds soll Betriebe mit Ausbildungsplätzen finanziell stärker unterstützen und zusätzliche Lehrstellenanreize schaffen. Nachdem im Frühjahr 2025 der Kantonsrat eine Motion zur finanziellen Entlastung von Lehrbetrieben erheblich erklärt hat, erhielt dieses Thema zusätzlichen Rückenwind. Das zuständige Departement erarbeitet derzeit eine Orientierungsvorlage. Sie soll aufzeigen, wo und wie Ausbildungsbetriebe finanziell und oder strukturell entlastet werden könnten.
Neben diesen Schwerpunkten bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein zentrales Anliegen der Kommission, in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Infrastrukturkommission. Ein entscheidender Erfolgsfaktor sind familienergänzende Betreuungsangebote zu Konditionen, die das Arbeiten für beide Elternteile wirtschaftlich attraktiv machen. Das hilft Unternehmen, Fachkräftepotenziale besser zu nutzen, und stärkt Zufriedenheit sowie Bindung der Mitarbeitenden. Gleichzeitig unterstützt es die Positionierung der Region als moderner und verantwortungsvoller Arbeits- und Ausbildungsstandort.
Ich danke den Kommissionsmitgliedern für ihr freiwilliges Engagement sowie der Geschäftsstelle für die zuverlässige Unterstützung. Ich freue mich darauf, im Jahr 2026 weitere Aktivitäten umzusetzen und mit der Arbeit in der Kommission, der Erfa-Gruppe und in Projektgruppen zur Attraktivität der Region als Ausbildungs- und Arbeitsstandort beizutragen.
Marlen Weber, Kommissionsvorsitzende
Mehr zur Bildungs- und Personalkommission
Der Fokus der Wiko liegt darauf, die Infrastruktur-Bedürfnisse der Wirtschaft abzuholen, um diese Anliegen in verschiedenen Arbeitsgruppen gemeinsam mit den zuständigen Behörden voranzutreiben. Dies erfolgte 2025 in Kommissions- und Arbeitsgruppensitzungen sowie im direkten Engagement an öffentlichen Veranstaltungen. In der Kommunikation und der Medienarbeit wie immer professionell supportet durch Nina Schärer und Thomas Moser.
2025 lag das Hauptaugenmerk auf den folgenden Themen:
Verkehr
2025 – das Jahr nach dem Nein zum Nationalstrassenausbau. Die Engpässe werden auch durch das Volks-Nein zum Ausbau nicht weniger oder werden entlastet. Darum ist es essenziell, die richtigen Signale Richtung Bern und ans Astra zu senden, damit der Ausbau des Fäsenstaubtunnels weiterhin als wichtiges Nationalstrassen-Ausbauprojekt priorisiert wird. Sobald freie Mittel und Projektressourcen parat sind, soll die 2. Fäsenstaubröhre in der Prioritätenliste wieder noch nach vorne rutschen.
Die Zuverlässigkeit der SBB-Anbindung nach Zürich konnte durch den unermüdlichen Einsatz von Nationalrat Thomas Hurter in Bern einer Verbesserung zugeführt werden. Die ab Fahrplanwechsel vom 15.12.25 umgesetzten Qualitätssicherungsmassnahmen wurden in der Presse ausführlich vorgestellt.
Drei grosse Projekte sind für die Verbesserung der Verkehrsanbindung Schaffhausen in der Umsetzung: Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Basel, der Ausbau Eglisau-Hardwald und der Ausbau Andelfingen-Winterthur. Alle Projekte sind derzeit auf Kurs.
Bauen & Wohnen
Der Austausch zur geplanten Teilrevision der Bauordnung und Zonenplan der Stadt Schaffhausen hat Ende 2024 begonnen und sich 2025 intensiviert. Zudem wurde das Thema «Entwicklung Herblingertal» mit aufgenommen. Im Dialog mit den verantwortlichen Stellen der Stadt konnte ein grober Konsens über die künftige Ausrichtung gefunden werden. Durch die IVS wurde ein konstruktiver, neuerlicher Ansatz vorgebracht, in dem 2026/2027 jetzt die Potentiale des der Herblingertals optimal wirtschaftsfreundlich beleuchtet werden sollen.
Beim Thema Arbeitszonenbewirtschaftung hat der Kanton einen ausführlichen Bericht erarbeitet, der nun in den Kantonsrat kommt.
IVS-Innovationspreis der Schaffhauser Platzbanken
Die IVS hat die Organisation des Innovationspreises wieder selbst übernommen. Die Ausschreibung für die Verleihung 2026 läuft seit November 2025 und noch bis Ende Januar 2026.
Tagesstrukturen
Das Thema Tagesstrukturen geniesst einen sehr hohen Stellenwert bei der IVS und wird von zwei Kommissionen vorangetrieben. Derzeit ist der Kanton am Drücker und wir erwarten den Vorschlag für die neue Gesetzesgrundlage im Verlauf 2026 als Entwurf.
von Hans-Rudolf Werner, Kommissionsvorsitzender
Mehr zur Wirtschaft- und Infrastrukturkommission
Nach genau 100 Ausgaben hat der IVS-Vorstand beschlossen, in Zukunft auf den gedruckten Jahresbericht zu verzichten. Wir passen uns der „digitalen Welt“ an und kommunizieren künftig immer aktuell über unsere Webseite. Alle Berichte unserer Kommissionen, Veranstaltungsinfos und sonstige News finden Sie hier, auf unserer Webseite. Direkt auf der Startseite können Sie durch unsere News scrollen und diese auch nach Datum oder Thema filtern.
Einen komprimierten Überblick zum Jahr 2024 finden Sie hier.
Frühere Jahresberichte finden Sie in unserem Dokumentenkiosk in der Kategorie «Jahresberichte».
Auch im Jahr 2024 standen Energieeffizienz und erneuerbare Energie im Zentrum der Umwelt- und Energiekommission. Politisch hat sie sich für den nationalen Mantelerlass «Strom» eingesetzt. Gleichzeitig beobachtet die Kommission das neue kantonale Energiegesetz teilweise kritisch. Insbesondere die zwingende Nutzung des gesamten solaren Potentials von Dachflächen führt zu unverhältnismässigen Kosten und Produktionsüberschüssen. Wir wünschen uns hier weniger enge gesetzgeberische Vorgaben.
Die Schaffhauser Unternehmen arbeiten an der Energiewende
Die Wende weg von fossiler Energieerzeugung hin zu klimaneutraler bzw. -schonender Energie ist eingeschlagen. Nun gilt es, diesen konsequent zu gehen.
Laut einer gängigen Definition bezeichnet «Motivation» die Bereitschaft von Menschen (und somit Systemen) zu einem bestimmten Verhalten und dem freiwilligen Streben nach Zielen. In diesem Sinne hat die Wirtschaft in den letzten Jahren bereits viel für die eingangs erwähnter Energiewende unternommen: Sie steigerte ihre Energie- und Ressourceneffizienz deutlich, und zwar auf mehrheitlich freiwilliger Basis, und senkte gleichzeitig massgeblich ihre CO2-Intensität. Die Zahlen der Energieagentur für die Wirtschaft (ENAW) für das Jahr 2023 sind ermutigend: beim Ziel von 106.7 % für die Steigerung der Energieeffizienz liegt die Industrie im Kanton Schaffhausen bereits bei 113.0 % und somit klar über dem vereinbarten Ziel. Und wie sieht es beim Treibhausgas CO2 aus? Hier unterbieten die Schaffhauser Unternehmen das Ziel von 92.4 % mit einem Zielwert von 82.7 % ebenfalls deutlich. Das zeigt eindrücklich, wie motiviert die Schaffhauser Firmen sind, ihren wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten! Und das mehrheitlich auf freiwilliger Basis.
Eidgenössische Abstimmung Mantelerlass Strom vom 9. Juni 2024
Die Stromversorgungssicherheit der Schweiz insbesondere in den Wintermonaten hat oberste Priorität. Die Schweiz will den Mobilitätssektor, die Wärmeversorgung und die Industrie elektrifizieren und dadurch die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null reduzieren. Der Strombedarf wird daher in den kommenden Jahren stark ansteigen.
Der Energie-Mantelerlass – den die Schweiz am 9. Juni an der Urne angenommen hat – will den Weg für eine höhere Stromproduktion mit Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen im Inland ebnen. Damit soll ein Strommangel im Winter möglichst verhindert werden. In allen Stromproduktionsbereichen soll es künftig einen Vorrang gegenüber dem Naturschutz geben. Im Fokus stehen 16 Wasserkraftprojekte. Zudem sollen Gebiete, die sich für die Nutzung von Solar- und Windenergie eignen, künftig in den behördenverbindlichen kantonalen Richtplänen ausgeschieden werden. Die IVS hat sich im Abstimmungskampf für den Mantelerlass stark gemacht.
Gesetze aber im Zaum halten
Mantelerlass und Energiewende zum Trotz – es gilt, die gesetzgeberischen Aktivitäten im Zaum zu halten. Das neue kantonale Energiegesetz bietet aus Industriesicht zwei negative Beispiele:
So fordert es z.B., dass das gesamte solare Potential von Dachflächen genutzt werden muss. Das würde eine Abkehr von eigenverbrauchsoptimierten Solarstromanlagen hin zu eigentlichen Solarkraftwerken bedeuten, mit denen die Unternehmen Stromüberschüsse produzieren würden. Die Idee ist eigentlich gut, schiesst aber im vorgeschlagenen Kontext aus zwei Gründen über das Ziel hinaus:
Erstens sind die Kosten für eigenverbrauchsoptimierte Solarstromanlagen für die Unternehmen kalkulier- und in einem überschaubarem Zeithorizont refinanzierbar. Muss jedoch das gesamte solare Potential genutzt werden, wird in vielen Fällen deutlich mehr Strom produziert als das Unternehmen selbst verbrauchen kann – der Überschuss wird ins Netz eingespeist. Die Kosten für solche Anlagen steigen deutlich und können nicht oder nur ungenügend amortisiert werden.
Zweitens betrifft dies auch Dachflächen, die eine ungenügende Traglast aufweisen und vor einer möglichen Bebauung mit Solarpanels zuerst aufwändig saniert werden müssen. Alles in allem würde das zu hohen Kosten für die Unternehmen führen, die mit einer normalen Einspeisevergütung für den nicht selbst benötigen Strom nicht refinanziert werden können.
In beiden Fällen steigen die Kosten für die Unternehmen teils deutlich. Wenn der Gesetzgeber den Unternehmen die Auflagen macht, braucht es eine entsprechend hohe Einspeisevergütung.
Das sind nur zwei Beispiele. Grundsätzlich fordert die IVS immer Anreize statt Gesetzen. Denn Gesetze werden oft mit Subventionen unterstützt und diese haben bekanntlich keine nachhaltige Wirkung.
Die IVS wünscht sich weniger enge «Leitplanken» für die konkrete Umsetzung. Die Unternehmen sollten ihren eigenen, freien Weg wählen können. Dies führt aus unserer Sicht eher dazu, dass sich die Unternehmen langfristig flexibler auf eine bestimmte Umsetzung einlassen können.
Die Industrieunternehmen werden sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen. Beim Energiebedarf sind die Hebel zur Veränderung am grössten, hier liegt die Verantwortung, auch um den Standort Schweiz wettbewerbsfähig und attraktiv zu halten. Investitionen in Stromerzeugungsanlagen haben für Gebäudeeigentümer eine vernünftige Amortisationszeit. Die derzeit sinkenden Preise für Module und Wechselrichter sowie die steigende Verfügbarkeit machen Investitionen noch attraktiver. Dies setzt voraus, dass eventuelle Mehrinvestitionen aufgrund einer grösseren Dimensionierung im Vergleich zum optimalen Eigenverbrauch tragbar sein sollten.
Herzlichen Dank
Unsere Kommission hat sich in diesem herausfordernden Jahr mit Engagement für die Anliegen rund um die Energie und Umwelt eingesetzt. Die Spezialist:innen der Kommission befassen sich in erster Linie mit konkreten Massnahmen im Bereich der Energieversorgung, mit Sparmassnahmen im Energiebereich sowie mit der Entsorgung von Reststoffen. Weitere wichtige Themen sind die Dekarbonisierung der Energie (CO2-Reduktion) und der Umgang mit Wasser bzw. Abwasser. Herzlichen Dank an alle Kommissionsmitglieder für ihr Engagement.
Werner Schmid, Vorsitzender Umwelt- und Energiekommission
Im Jahr 2024 hat der Kanton Schaffhausen einen Vernehmlassungsprozess zu den geplanten Anpassungen des kantonalen Steuergesetzes durchgeführt. Im Rahmen dessen hat die Steuer- und Finanzkommission der IVS mehrere Massnahmen zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung und zur Verbesserung der Lebensqualität im Kanton vorgeschlagen. Dazu gehören die Erhöhung des Zweitverdienerabzugs, die Erhöhung des Abzugs für Aus- und Weiterbildung, die Reduktion der Vermögenssteuer, die Erhöhung des Abzugs für Forschung und Entwicklung sowie die Abschaffung der Minimalsteuer auf Liegenschaften. Diese Massnahmen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung der Einwohner im Kanton Schaffhausen zu verringern, die Standortattraktivität zu erhöhen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu stärken.
Die Steuerfussreduktionen des Kantons in den letzten Jahren haben die Steuerlast der natürlichen Personen wesentlich reduziert und damit einzelne Gemeinden im interkantonalen Steuerwettbewerb sehr wettbewerbsfähig gemacht. Nichtsdestotrotz bleibt die Vermögenssteuerbelastung eine der höchsten in der Deutschschweiz. Hier sehen wir auch in Zukunft Handlungsbedarf.
Ausblick auf die kommenden Jahre
Wir gehen davon aus, dass der Gesetzesentwurf zum kantonalen Steuergesetz im Jahr 2025 publiziert wird und wir wieder dazu Stellung nehmen werden. Die für uns wesentlichen Handlungsfelder haben wir im Rückblick bereits identifiziert und werden diese konsequent weiterverfolgen.
Aus finanzieller Sicht sehen wir das ungebremste Staatswachstum des Kantons Schaffhausen als kritisch. Ebenfalls betrachten wir die geplante Teilfinanzierung des Kantonsspitals Schaffhausen durch eine Anleihe mit Sorge, da der Kanton Schaffhausen nach dem Fiasko mit dem Spital Wetzikon sehr wahrscheinlich in die Haftung genommen werden dürfte.
Der betriebliche Aufwand des Kantons Schaffhausen hat sich von CHF 770 Mio. im Jahr 2020 auf über 1 Milliarde CHF im Jahr 2025 erhöht, was einem Wachstum von rund 30% entspricht. Das Wachstum der Wohnbevölkerung lag hingegen bei nur rund 5%.
Das Ausgabenwachstum lässt sich somit nur finanzieren, wenn die steuerlichen Rahmenbedingungen gerade für Unternehmen weiterhin überdurchschnittlich gut bleiben. Das Bevölkerungswachstum selbst wird das Ausgabenwachstum nicht decken können. Andernfalls sind Sparprogramme vorprogrammiert.
Die HR-Fachleute in Firmen bekommen immer grössere Bedeutung. Die rasante Entwicklung von KI und Robotik werden in unseren Unternehmen immense Veränderungen bringen. Unternehmen müssen schneller reagieren als je zuvor, Change-Management wird immer wichtiger. Klassische Stellenprofile verändern sich, flexible Qualifikationen und KI-basierte Ansätze werden immer wichtiger. In einem Umfeld, das sich schnell verändert, wird Zugehörigkeit zentral. Führungskräfte müssen mit Empathie, klarem Erwartungsmanagement und Flexibilität überzeugen. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gewinnt weiter an Bedeutung, etwa durch flexible Arbeitszeitmodelle und gleichberechtigte Karrierechancen für Frauen.
Im Jahr 2024 haben die rund 12 aktiven HR- und Bildungsfachleute der Kommission an zwei Kommissions-Sitzungen, vier Erfa- und diversen Arbeitsgruppensitzungen die verschiedenen Aktivitäten besprochen, koordiniert und organisiert. Im Fokus der Kommission stehen Bildungs- und personalpolitische Fragen. Es ist unserer Kommission ein besonderes Anliegen, mit unserem Engagement einen Mehrwert für die IVS Mitgliedfirmen zu gestalten. Wiederum konnten zwei interessante Networking-Anlässe angeboten werden.
Rückblick des Anlasses «Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung» vom 10.6.2024
Rückblick des Anlasses «Betriebliches Gesundheitsmanagement» vom 31.10.2024
Kommissions-Schwerpunkte im Jahr 2024
Die Fokusthemen 2024 bezogen sich auf die im Rahmen drei im Rahmen des RSE-Projektes «Handlungsanalyse Fachkräftemangel» definierten Massnahmen:
- Die Industrie näher an die Schülerinnen und Schüler bringen ist das Ziel des Projekts «Schnittstellenpflege Industrie – Schule»: Die Industrie näher an die Schülerinnen und Schüler bringen
- «Berufsbildungsfonds»: Ein Berufsbildungsfonds soll Unternehmen mit Ausbildungsplätzen für Lernende finanziell stärker unterstützen und Firmen motiviert werden, Lehrstellen zu schaffen und das Ausbildungsangebot zu vergrössern.
In allen drei Themen konnten im Rahmen von Workshops mit Arbeitsgruppen Ideen weiterentwickelt werden.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Kommissionsmitgliedern für das freiwillige, grosse Engagement sowie bei der Geschäftsstelle für die stets zuverlässige und treue Unterstützung.
Es freut mich, wenn wir auch im Jahr 2025 wieder tolle Aktivitäten anbieten können und mit unserer Arbeit in der Kommission, der Erfa-Gruppe wie auch in anderen Projektgruppen aktiv dazu beitragen können, in der Region attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze anbieten zu können.
Marlen Weber, Kommissionsvorsitzende
An ordentlichen WiKo-Sitzungen und diversen Arbeitsgruppensitzungen wurden auch 2024 die Themen der Arbeitsgruppen intensiv besprochen. Das gemeinsame Ziel der Arbeitsgruppen ist, die Standortfaktoren für unsere Mitglieder aufzuzeigen und zu verbessern. Thomas Moser und Nina Schärrer unterstützten uns dabei professionell in der Kommunikation.
Verkehr
Hans-Rudolf Werner, Thomas Hurter, Patrick Altenburger
2024 war geprägt von der Volksabstimmung für den Ausbau der Nationalstrassen (STEP). Die IVS hat für die verschiedenen involvierten Verbände (ACS, TCS, KGV HEV) die Koordinationsarbeit übernommen und die Kampagne geführt. Im Kanton Schaffhausen wurde der Ausbau zwar angenommen (57%), aber durch den gesamtschweizerisch negativen Entscheid wurden das Gesamtpaket und somit auch der Ausbau Fäsenstaub leider gestoppt. Das «wie weiter» für die Region Schaffhausen ist derzeit noch offen wird im 2025 zu klären sein.
Bei der SBB wurde mehrfach gefordert, die Verbindung Stuttgart – Zürich in Singen zu brechen, um die Zuverlässigkeit zu verbessern. Die SBB hat zugesichert, dem Problem 2025 mit einer Projektgruppe zu begegnen – die Forderung bleibt bestehen.
Die Arbeiten am Projekt Eglisau-Hardwald laufen und werden 2026 fertiggestellt. Auch die Elektrifizierung der DB Bahnstrecke Schaffhausen – Basel geht planmässig weiter (Fertigstellung Ende 2027). Ebenso wird 2025 endlich mit den Arbeiten am Ausbau Andelfingen – Winterthur begonnen.
IVS-Innovationspreis der Schaffhauser Platzbanken
Urs Wohlgemuth
Die Ausschreibung des Innovationspreis wurde um ein Jahr verschoben und erfolgt daher Ende 2025. Die IVS wird die Organisation wieder selbständig übernehmen.
Tagesstrukturen
Philippe Brühlmann
Die IVS-Forderung nach flächendeckenden, einkommensunabhängigen Tagesstrukturen, finanziert durch den Kanton, bleibt bestehen und wurde auch in der Stellungnahme zu den Standortförderungsmassnahmen nochmals unterstrichen. Erfreulicherweise kommt nun Bewegung in das Thema, welches wir auch weiterhin unterstützen werden.
Entwicklungsstrategie 2030
Luca Slanzi
Wir haben unsere Fokusthemen erneut beim Regierungsrat adressiert ebenso wie der Wunsch nach einem Ansprechpartner, der die Koordination übernimmt. An der WiKo-Sitzung im Oktober wurde uns dann von Regierungsrat Dino Tamagni und RSE-Geschäftsstellenleiter Leandro Robustelli ein Überblick über die bisherigen und geplanten Aktivitäten gegeben.
Wohnen
Zur bevorstehenden Teilrevision der Bauordnung und Zonenplanung der Stadt Schaffhausen hat die IVS Stellung genommen und die Notwendigkeit von Gebieten unterstrichen, in denen Industrie und Gewerbe ihren Tätigkeiten möglichst ohne Einschränkungen nachgehen können. Eine Durchmischung/Aufweichung der Zonen mit Wohngebieten wird abgelehnt.
