i #Innovation Jetzt anmelden für den Innovationspreis 2026!
WP_Post Object ( [ID] => 12591 [post_author] => 6 [post_date] => 2025-10-30 10:59:59 [post_date_gmt] => 2025-10-30 09:59:59 [post_content] => Wie verändert Künstliche Intelligenz die Personalgewinnung? Diese Frage stand am 28. Oktober im Zentrum des ERFA-Anlasses der IVS Bildungs- und Personalkommission. Rund 40 Fachleute aus Schaffhauser Unternehmen diskutierten in einem World-Café mit fünf Themenstationen über Chancen, Risiken und Best Practices der digitalen Rekrutierung. Der Anlass startete eindrucksvoll: Zwei KI-generierte Avatare eröffneten den Abend mit einer virtuellen Begrüssung – ein praktisches Beispiel dafür, wie neue Technologien den Arbeitsalltag bereits heute prägen. Danach übernahm Ursula Rüedi (Georg Fischer Piping Systems) das Wort. Sie betonte, dass trotz aller technologischen Möglichkeiten der persönliche Kontakt und das menschliche Gespür in der Rekrutierung unverzichtbar bleiben. Impulse aus der Praxis Im anschliessenden World-Café gaben Expertinnen und Experten aus IVS-Mitgliedsunternehmen konkrete Einblicke in ihre Erfahrungen: Datenschutz in der digitalen Rekrutierung: Marco Wenzel (Think Business) sensibilisierte auf die rechtlichen Datenschutz-Anforderungen im Umgang mit Bewerberdaten:
  • Grundprinzipien: Rechtmässigkeit, Verhältnismässigkeit, Zweckbindung
  • KI im Recruiting: Nur unterstützend einsetzen, nie als alleinige Entscheidungsinstanz; Transparenz ist Pflicht
  • Rechte der Betroffenen: Auskunft, Berichtigung, Löschung, Herausgabe – innert 30 Tagen
Erfolgsfaktoren moderner Rekrutierung: René Paparusso (Georg Fischer) zeigte auf, wie sich der Markt zum Kandidatenmarkt gewandelt hat:
  • Employer Branding: Authentizität schlägt Perfektion
  • Candidate Experience: Schnelle, wertschätzende Kommunikation
  • Active Sourcing: Proaktive, personalisierte Ansprache
  • Werte & Sinn: Bewerbende suchen Sinnhaftigkeit und Diversität
  • Technologie & Empathie: KI als Unterstützung, nicht Ersatz
Psychologisches Assessment mit Thomas International: Ines Marusic (IVF Hartmann) stellte das DISC-Modell zur Verhaltensprofilanalyse vor – ein praxisnahes Tool zur besseren Passung von Bewerbenden und Rollenprofilen. Dabei werden vier Grundtypen unterschieden:
  • D (Dominanz): zielorientiert, entscheidungsfreudig
  • I (Einfluss): kommunikativ, begeisternd
  • S (Stetigkeit): loyal, organisiert
  • C (Gewissenhaftigkeit): präzise, regelorientiert
Mitarbeiterempfehlung & TwoJobs: Andreas Hilprecht (IVF Hartmann) erläuterte, wie Mitarbeitende durch Empfehlungssysteme zu wertvollen Recruitern werden:
  • Ziele: Qualitativ hochwertige Bewerbungen, geringe Kosten, kurze Time-to-Hire
  • Vorteile: Höhere Passgenauigkeit, tiefere Fluktuation, Stärkung des Teamgeists
Videoeinsatz im Rekrutierungsprozess: Karolina Maier und Susanne Tautorat (IWC Schaffhausen) zeigten, wie Video-Interviews Zeit sparen, die Vergleichbarkeit erhöhen und die Candidate Experience verbessern.
  • Vorteile: Zeitersparnis, Vergleichbarkeit durch standardisierte Fragen, Positive Candidate Experience, Effizientere Vorauswahl
  Der Anlass war ein voller Erfolg. Die Kombination aus innovativem Einstieg, praxisnahen Inputs und dem interaktiven World Café-Format wurde von den Teilnehmenden sehr geschätzt. Besonders hervorgehoben wurden die Offenheit der Diskussionen und die inspirierende Atmosphäre. Der Abend klang bei einem Apéro im Restaurant Grüner Baum aus, wo der Austausch in entspannter Runde weitergeführt wurde. Text von Adrian Walter, Erfa-Gruppe der B&P-Kommission   Zur Bildungs- und Personalkommission der IVS [post_title] => Rückblick: Rekrutierung im digitalen und KI-Zeitalter [post_excerpt] => Wie verändert Künstliche Intelligenz die Personalgewinnung? Diese Frage stand am 28. Oktober im Zentrum des ERFA-Anlasses der IVS Bildungs- und Personalkommission. Rund 40 Fachleute aus Schaffhauser Unternehmen diskutierten in einem World-Café mit fünf Themenstationen über Chancen, Risiken und Best Practices der digitalen Rekrutierung. [post_status] => publish [comment_status] => closed [ping_status] => closed [post_password] => [post_name] => rueckblick-rekrutierung-im-digitalen-und-ki-zeitalter [to_ping] => [pinged] => [post_modified] => 2025-10-30 10:59:59 [post_modified_gmt] => 2025-10-30 09:59:59 [post_content_filtered] => [post_parent] => 0 [guid] => https://ivs.ch/?p=12591 [menu_order] => 0 [post_type] => post [post_mime_type] => [comment_count] => 0 [filter] => raw )

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Personalgewinnung? Diese Frage stand am 28. Oktober im Zentrum des ERFA-Anlasses der IVS Bildungs- und Personalkommission. Rund 40 Fachleute aus Schaffhauser Unternehmen diskutierten in einem World-Café mit fünf Themenstationen über Chancen, Risiken und Best Practices der digitalen Rekrutierung.

Der Anlass startete eindrucksvoll: Zwei KI-generierte Avatare eröffneten den Abend mit einer virtuellen Begrüssung – ein praktisches Beispiel dafür, wie neue Technologien den Arbeitsalltag bereits heute prägen. Danach übernahm Ursula Rüedi (Georg Fischer Piping Systems) das Wort. Sie betonte, dass trotz aller technologischen Möglichkeiten der persönliche Kontakt und das menschliche Gespür in der Rekrutierung unverzichtbar bleiben.

Impulse aus der Praxis

Im anschliessenden World-Café gaben Expertinnen und Experten aus IVS-Mitgliedsunternehmen konkrete Einblicke in ihre Erfahrungen:

Datenschutz in der digitalen Rekrutierung: Marco Wenzel (Think Business) sensibilisierte auf die rechtlichen Datenschutz-Anforderungen im Umgang mit Bewerberdaten:

  • Grundprinzipien: Rechtmässigkeit, Verhältnismässigkeit, Zweckbindung
  • KI im Recruiting: Nur unterstützend einsetzen, nie als alleinige Entscheidungsinstanz; Transparenz ist Pflicht
  • Rechte der Betroffenen: Auskunft, Berichtigung, Löschung, Herausgabe – innert 30 Tagen

Erfolgsfaktoren moderner Rekrutierung: René Paparusso (Georg Fischer) zeigte auf, wie sich der Markt zum Kandidatenmarkt gewandelt hat:

  • Employer Branding: Authentizität schlägt Perfektion
  • Candidate Experience: Schnelle, wertschätzende Kommunikation
  • Active Sourcing: Proaktive, personalisierte Ansprache
  • Werte & Sinn: Bewerbende suchen Sinnhaftigkeit und Diversität
  • Technologie & Empathie: KI als Unterstützung, nicht Ersatz

Psychologisches Assessment mit Thomas International: Ines Marusic (IVF Hartmann) stellte das DISC-Modell zur Verhaltensprofilanalyse vor – ein praxisnahes Tool zur besseren Passung von Bewerbenden und Rollenprofilen. Dabei werden vier Grundtypen unterschieden:

  • D (Dominanz): zielorientiert, entscheidungsfreudig
  • I (Einfluss): kommunikativ, begeisternd
  • S (Stetigkeit): loyal, organisiert
  • C (Gewissenhaftigkeit): präzise, regelorientiert

Mitarbeiterempfehlung & TwoJobs: Andreas Hilprecht (IVF Hartmann) erläuterte, wie Mitarbeitende durch Empfehlungssysteme zu wertvollen Recruitern werden:

  • Ziele: Qualitativ hochwertige Bewerbungen, geringe Kosten, kurze Time-to-Hire
  • Vorteile: Höhere Passgenauigkeit, tiefere Fluktuation, Stärkung des Teamgeists

Videoeinsatz im Rekrutierungsprozess: Karolina Maier und Susanne Tautorat (IWC Schaffhausen) zeigten, wie Video-Interviews Zeit sparen, die Vergleichbarkeit erhöhen und die Candidate Experience verbessern.

  • Vorteile: Zeitersparnis, Vergleichbarkeit durch standardisierte Fragen, Positive Candidate Experience, Effizientere Vorauswahl

 

Der Anlass war ein voller Erfolg. Die Kombination aus innovativem Einstieg, praxisnahen Inputs und dem interaktiven World Café-Format wurde von den Teilnehmenden sehr geschätzt. Besonders hervorgehoben wurden die Offenheit der Diskussionen und die inspirierende Atmosphäre. Der Abend klang bei einem Apéro im Restaurant Grüner Baum aus, wo der Austausch in entspannter Runde weitergeführt wurde.

Text von Adrian Walter, Erfa-Gruppe der B&P-Kommission

 

Zur Bildungs- und Personalkommission der IVS

Eine Premiere im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung: Am 20. August 2025 war das BGM Forum Ostschweiz erstmals mit einer Veranstaltung im Kanton Schaffhausen zu Gast.  Bei der Phoenix Mecano Solutions AG in Stein am Rhein diskutierten rund 60 Teilnehmende, wie es Unternehmen gelingt, sich dank betrieblicher Gesundheitsförderung dem Wandel der Arbeitswelt anzupassen. Die IVS unterstützte die Veranstaltung als Partner.

 

Medienmitteilung des BGM Forum Ostschweiz:

Violette Lichter über verschiedenen Kisten und Fächern zeigen an, welche Bauteile oder Schrauben die Mitarbeiterin in der Montageabteilung bei der Phoenix Mecano Solutions AG bereits verbaut hat. Auf einem Bildschirm ist die komplette Anleitung mit Fotos oder 3D-Modellen hinterlegt. Die Montageplätze sind ergonomisch mit Schwenkvorrichtungen für die Werkzeuge und schweren Teile eingerichtet. «Unser Ziel ist es, dass unsere Mitarbeitenden effizienter, aber gleichzeitig auch stressfreier und gesünder arbeiten können», fasst Werner Schmid, CEO der Phoenix Mecano Solutions AG beim Rundgang die Firmenphilosophie, das Lean Management, zusammen. Die Phoenix Mecano Solutions AG in Stein am Rhein ist Teil eines Konzerns mit weltweit 7000 Mitarbeitenden. Der Fokus des Unternehmens liegt auf Systemlösungen wie Gehäusetechnik.

«Basis einer gesunden Volkswirtschaft»
Am Standort des Unternehmens in Stein am Rhein sind 135 Mitarbeitende beschäftigt. Dort war am 20. August 2025 das BGM Forum zu Gast. Ziel der Veranstaltungsreihe, die jeweils das Forum BGM Ostschweiz organisiert, ist die Vernetzung verschiedener Ostschweizer und Liechtensteiner Unternehmen und der Austausch über betriebliche Gesundheitsförderung. Diese wird in Zeiten der Digitalisierung, des Fachkräftemangels, des demografischen Wandels und der sich rasch verändernden Märkte immer wichtiger. Mittlerweile sind 330 Betriebe beim Forum BGM Ostschweiz Mitglied. «Gesundheit ist eine unserer wichtigsten Ressourcen, gesunde Mitarbeitenden sind leistungsfähiger und tragen zum Erfolg bei», begrüsste der Schaffhauser Regierungsrat Marcel Montanari die Teilnehmenden. Der Kanton Schaffhausen hat sich 2024 der Trägerschaft des Vereins Forum BGM Ostschweiz angeschlossen. Damit erhalten alle Betriebe im Kanton Schaffhausen kostenlos Informationen und Beratung für die Förderung der Gesundheit im eigenen Betrieb. Gesunde Mitarbeitende seien die Basis einer gesunden Volkswirtschaft, sagte Montanari. Vernetzung und Austausch wie es das BGM Forum ermögliche, würden eine wichtige Grundlage dafür schaffen. «Von der heutigen Tagung und dem Austausch können wir alle Inspiration für konkrete Massnahmen mitnehmen.»

Direkt in Betriebe hineinsehen
60 BGM-Zuständige und Führungspersonen von Firmen aus den verschiedensten Branchen waren der Einladung ans BGM Forum in Stein am Rhein gefolgt. «Es ist immer spannend, wenn man direkt in einen Betrieb hineinsehen kann und erfährt, weshalb sich die Zuständigen für welche gesundheitsfördernden Massnahmen entschieden haben und was sich dadurch verändert hat», sagte Annette Nitsche vom Forum BGM Ostschweiz. Die Phoenix Mecano Solutions AG setzt auf Lean Management sowie auf die Friendly-Workspace-Zertifizierung. Das Label unterstützt Unternehmen dabei, betriebliche Gesundheitsförderung als strukturierten Managementprozess einzuführen. «Gegenüber Lean Management herrscht oft das Vorurteil, dass von Mitarbeitenden noch mehr gefordert. Aber das Gegenteil ist der Fall», sagt Werner Schmid von der Phoenix Mecano Solutions AG. Vielmehr ziele der Ansatz darauf, durch smarte Produktionsmethoden und optimierte Abläufe sowie ergonomischen Arbeitsplätze die Mitarbeitenden zu entlasten und gleichzeitig die Effizienz zu steigern. Bei der Phoenix Mecano Solutions AG gehören dazu auch Massnahmen wie die Gründung eines Gesundheitszirkels mit Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Abteilungen, die sich einmal im Monat treffen. Hinzu kommen regelmässige Mitarbeitergespräche, transparente Prozesse, Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitenden, die schnell umgesetzt werden sowie eine offene Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften. Schmid betont, dass betriebliche Gesundheitsförderung immer auch Chefsache sein müsse, um einen Kulturwandel nachhaltig zu verankern.

Schon mit wenig viel bewirken
Wie wichtig ein Umdenken in Bezug auf betriebliche Gesundheitsförderung ist, betonte auch Annette Nitsche vom Forum BGM Ostschweiz.  «Mehr als 50 Prozent all jener, die eine IV-Rente bekommen, tun dies heutzutage aufgrund einer psychischen Erkrankung», sagte sie. «Betroffen sind überproportional junge Erwachsene. Hinzu kommt, dass sich 30 Prozent aller Erwerbstätigen emotional erschöpft fühlen.»  Gerade kleine und mittlere Unternehmen hätten im Gegensatz zu grossen Betrieben oftmals nicht die Ressourcen, eigene Stellen für Zuständige für betriebliche Gesundheitsförderung zu schaffen. «Es lässt sich schon mit wenigen Massnahmen einiges bewirken», sagte Annette Nitsche. Auf der Website des Forums BGM Ostschweiz finden sich frei verfügbare Tools, Unterlagen und Informationen dazu, wie sich ein Unternehmen nach den Grundsätzen der betrieblichen Gesundheitsförderung ausrichten lasse. Zudem vermittelt das Forum BGM Ostschweiz Fachpersonen. «Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein kontinuierlicher Prozess. Bei diesem geht es darum, zunächst die Ziele zu definieren, eine Standortbestimmung zu machen, Mitarbeitende partizipativ einzubeziehen, Massnahmen zu definieren und schliesslich deren Wirksamkeit auszuwerten», sagt sie.

Tools und Hilfsmittel für alle
Dass betriebliche Gesundheitsförderung ein stetiger Prozess ist, darauf ging auch Mireille Félix von der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz ein. Die Stiftung ist unter anderem die neutrale Vergabestelle des Labels Friendly Work Space. «Viele Interessierte wollen sich nach Friendly Work Space ausrichten, auch wenn sie nicht gleich das Label erhalten möchten», sagte sie. Daher würden alle Friendly Work Space Unterlagen und Tools auf der Website kostenlos zur Verfügung stehen. Dazu gehöre etwa eine Wegleitung, eine Bewertungsmatrix sowie Tools für Standortbestimmungen. Zudem stellte Mireille Félix niederschwellige und ebenfalls kostenlose Tools vor wie die HR-Toolbox, das Leadership-Kit sowie «Let’s talk Karten» für Teamgespräche. «Bei diesen Angeboten geht es darum, sich auf der Beziehungsebene besser kennenzulernen und spielerisch mit Themen wie etwa «Gesunde Führung» in Berührung zu kommen», sagt sie.

Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen, bot den Teilnehmenden der anschliessende Ideenmarktplatz sowie der Apéro bei der Phoenix Mecano Solutions AG.

 

 

Das Forum BGM Ostschweiz (FBO) setzt sich für die Förderung von Gesundheit bei der Arbeit ein. Es vereint das Wissen aus der Forschung mit der Erfahrung aus der Praxis. Seine Kompetenz teilt es gerne mit Unternehmen und Organisationen aus der Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein.

www.bgm-ostschweiz.ch

Am 26. Juni 2025 lud die ERFA-Gruppe der IVS Bildungs- und Personalkommission zu einer Veranstaltung ein, die die Herausforderungen im Umgang mit Mobbing, sexueller Belästigung und weiteren Konflikten am Arbeitsplatz beleuchtete. Dabei sensibilisierte Dr. iur. Markus Hugentobler vom Centre Patronal die rund 50 anwesenden HR- und Führungsverantwortlichen bezüglich ihrer Fürsorgepflicht und zeigte konkrete Handlungsempfehlungen zur Prävention und Intervention auf.

Als erstes wurde das Thema Mobbing behandelt. Definiert wird Mobbing als systematische, über längere Zeit andauernde Ausgrenzung oder Schikane. Besonders heikel ist sogenanntes „Bossing“, wenn Vorgesetzte gegenüber Untergebenen agieren. Arbeitgeber sind verpflichtet, bei entsprechenden Hinweisen aktiv zu werden und dürfen nicht untätig bleiben. Bereits das Unterlassen angemessener Massnahmen kann eine Verletzung der Fürsorgepflicht darstellen.

Bei sexueller Belästigung reicht bereits eine einzelne Handlung aus, um den Tatbestand zu erfüllen – etwa anzügliche Bemerkungen, unerwünschte Berührungen oder das Zeigen unangemessener Inhalte. Besonders im Homeoffice entstehen neue Grauzonen. Arbeitgeber sind gefordert, auch in virtuellen Arbeitsumgebungen klare Regeln zu etablieren und Schutzmechanismen zu schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der sogenannten „Stresshaftung“. Hier ist die Schwelle für eine rechtliche Haftung hoch: Nur bei nachweislich übermässiger Belastung, erkennbarer Gefährdung und unterlassener Intervention kann ein Arbeitgeber haftbar gemacht werden. Dennoch zeigen aktuelle Gerichtsfälle, dass bei systematischer Überlastung – etwa durch schlechte Arbeitsorganisation oder fehlende Vertretung – Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche erfolgreich durchgesetzt werden können.

Der Vortrag von Markus Hugentobler unterstreicht die Bedeutung einer aktiven Fürsorgekultur in Organisationen. Arbeitgeber sind nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich verpflichtet, die physische und psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu schützen.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurden die Teilnehmenden zu einem Apéro im Restaurant Grünerbaum in Neuhausen eingeladen. Susanne Wunderli hat die spannende und lehrreiche Präsentation mit der Übergabe eines guten Tropfens an Markus Hugentobler herzlich verdankt.

Text von Adrian Walter, Erfa-Gruppe der B&P-Kommission

 

Mehr zur IVS Bildungs- und Personalkommission

Vom 16. bis zum 20. Juni 2025 fand die diesjährige Wirtschaftswoche in den Räumlichkeiten der Klosterinsel statt. Insgesamt nahmen 131 Kantonsschüler:innen und 32 Lernende aus IVS-Betrieben teil, welche für die Woche neu durchmischt und in sieben Klassen eingeteilt wurden. Praxisnah schalteten und walteten die Jugendlichen für einmal auf der Ebene der Geschäftsleitung in ihren fiktiven Unternehmen. Dabei entwickelten sie ihre eigenen Unternehmensstrategien und trafen über mehrere Geschäftsjahre hinweg alle relevanten operativen Entscheidungen in einer sich stets verändernden Simulationswelt. Hautnah stellten sie sich den Mechanismen des umkämpften Wirtschaftsmarkts und erlebten dabei Zielkonflikte im Zusammenhang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Fragen. Unterstützt wurden sie von ausgebildeten Coaches aus der Wirtschaft. Zum Abschluss präsentierten sie sich an ihrer Generalversammlung den Aktionären und überzeugten diese weiterhin in ihr Unternehmen zu investieren. Ein Höhepunkt der Wirtschaftswoche war der Besuch in verschiedenen IVS-Betrieben mit der Klasse, welche für die Teilnehmer am Mittwochmorgen ihre Türen öffneten.

Die HR-Fachleute in Firmen bekommen immer grössere Bedeutung. Die rasante Entwicklung von KI und Robotik werden in unseren Unternehmen immense Veränderungen bringen. Unternehmen müssen schneller reagieren als je zuvor, Change-Management wird immer wichtiger. Klassische Stellenprofile verändern sich, flexible Qualifikationen und KI-basierte Ansätze werden immer wichtiger. In einem Umfeld, das sich schnell verändert, wird Zugehörigkeit zentral. Führungskräfte müssen mit Empathie, klarem Erwartungsmanagement und Flexibilität überzeugen. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gewinnt weiter an Bedeutung, etwa durch flexible Arbeitszeitmodelle und gleichberechtigte Karrierechancen für Frauen.

Im Jahr 2024 haben die rund 12 aktiven HR- und Bildungsfachleute der Kommission an zwei Kommissions-Sitzungen, vier Erfa- und diversen Arbeitsgruppensitzungen die verschiedenen Aktivitäten besprochen, koordiniert und organisiert. Im Fokus der Kommission stehen Bildungs- und personalpolitische Fragen. Es ist unserer Kommission ein besonderes Anliegen, mit unserem Engagement einen Mehrwert für die IVS Mitgliedfirmen zu gestalten. Wiederum konnten zwei interessante Networking-Anlässe angeboten werden.

Rückblick des Anlasses «Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung» vom 10.6.2024
Rückblick des Anlasses «Betriebliches Gesundheitsmanagement» vom 31.10.2024


Kommissions-Schwerpunkte im Jahr 2024

Die Fokusthemen 2024 bezogen sich auf die im Rahmen drei im Rahmen des RSE-Projektes «Handlungsanalyse Fachkräftemangel» definierten Massnahmen:

  • Die Industrie näher an die Schülerinnen und Schüler bringen ist das Ziel des Projekts «Schnittstellenpflege Industrie – Schule»: Die Industrie näher an die Schülerinnen und Schüler bringen
  • «Berufsbildungsfonds»: Ein Berufsbildungsfonds soll Unternehmen mit Ausbildungsplätzen für Lernende finanziell stärker unterstützen und Firmen motiviert werden, Lehrstellen zu schaffen und das Ausbildungsangebot zu vergrössern.

In allen drei Themen konnten im Rahmen von Workshops mit Arbeitsgruppen Ideen weiterentwickelt werden.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Kommissionsmitgliedern für das freiwillige, grosse Engagement sowie bei der Geschäftsstelle für die stets zuverlässige und treue Unterstützung.

Es freut mich, wenn wir auch im Jahr 2025 wieder tolle Aktivitäten anbieten können und mit unserer Arbeit in der Kommission, der Erfa-Gruppe wie auch in anderen Projektgruppen aktiv dazu beitragen können, in der Region attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze anbieten zu können.

Marlen Weber, Kommissionsvorsitzende

Wie steht es um die körperliche und psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter:innen? In einer Zeit, in der das Wohlbefinden von Angestellten zunehmend in den Fokus rückt, hat sich die IVS Bildungs- und Personalkommission dem Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ gewidmet.

An unserem Erfa-Anlass vom 31. Oktober durften wir kompetente Referent:innen begrüssen. Anhand praxisnaher Beispiele zeigten Sie auf, wie Unternehmen gezielte Massnahmen ergreifen können, um das körperliche und psychische Wohlbefinden ihrer Angestellten zu fördern. Sie alle waren sich einig, dass ein gesundes Arbeitsumfeld entscheidend für die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist.

  • Ines Marusic, HR Business Partner; Responsible for BGM, IVF Hartmann AG: «Gesund arbeiten, bewusster leben – für eine nachhaltige Zukunft.»
  • Werner Schmid, Director, Phoenix Mecano Solutions AG: «Qualifizierte, leistungsfähige und gesunde Mitarbeitende haben einen grossen positiven Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens.»
  • Julia Willi, Fachspezialistin BGM, Georg Fischer Piping Systems: «Eine gute Gesundheit hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche und ist entscheidend für die Motivation und Leistungsfähigkeit aller Mitarbeitenden.»

Moderiert wurde der Anlass von Annette Nitsche A., Geschäftsführerin, Forum BGM Ostschweiz. Das Forum BGM Ostschweiz setzt sich für die Förderung von Gesundheit bei der Arbeit ein.

Die rege Publikums-Teilnahme an der anschliessenden Podiumsdiskussion verdeutlichte das grosse Interesse an diesem Thema und den Wunsch nach konkreten Lösungen für die Praxis. Den Abschluss des Anlasses bildete ein geselliger Apéro, bei dem die Teilnehmenden neue Kontakte knüpften und Ideen zur Verbesserung des Gesundheitsmanagements in den eigenen Unternehmen diskutierten.

Wir danken allen Referenten und Teilnehmenden für einen gelungenen Anlass und freuen uns darauf, das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ auch in Zukunft weiter voranzutreiben!

Am 10. Juni 2024 fand exklusiv für IVS-Mitglieder ein Erfa-Anlass der IVS Bildungs- und Personalkommission statt. Dr. iur. Markus Hugentobler vom Centre Patronal referierte über das Themenfeld «Von der arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit zur Invalidisierung». Das grosse Interesse an der ausgebuchten Veranstaltung zeigt deutlich die Relevanz und Aktualität der Themen, die gerade auch im Kontext der steigenden psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz diskutiert wurden.

Am 10. Juni 2024 durfte die Erfa-Gruppe der IVS Bildungs- und Personalkommission im Rahmen der Arbeitsrechtsreihe wieder mit grosser Freude Dr. iur. Markus Hugentobler vom Centre Patronal willkommen heissen, der dieses Mal in der SIG-Eventlocation zum Thema «Von der arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit zur Invalidisierung» referierte. Die Veranstaltung war zum wiederholten Male ein grosser Erfolg und komplett ausgebucht. Das rege Interesse spiegelte die Relevanz und Aktualität der Themen wider, die gerade auch im Kontext der steigenden psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz diskutiert wurden. Dr. iur. Markus Hugentobler führte mit gewohntem Humor und Expertise durch den Abend.

Wenn die Arbeitsunfähigkeit Fragen aufwirft
Eine Arbeitsunfähigkeit kommt in den besten Firmen vor und stellt in den meisten Fällen auch kein Problem dar. Doch ab und zu gibt es Fälle, die die eine oder andere Frage aufwerfen, sei es durch unklare Arztzeugnisse oder besonders knifflig, wenn die Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer Kündigung steht. Dazu erläuterte Dr. Hugentobler die Definition von echter arbeitsplatzbezogener und unechter arbeitsplatzbedingter Arbeitsunfähigkeit, die Pflicht des Arbeitnehmenden, an einem anderen Ort zu arbeiten, die Gewährung einer Übergangsfrist zur Stellensuche und die Problematik und Handhabung von Kurzabsenzen am Arbeitsplatz. Des Weiteren machte Dr. Hugentobler deutlich, dass die Beweislast zur Arbeitsunfähigkeit beim Mitarbeitenden liegt und dass ein Arztzeugnis lediglich ein Indiz, aber kein Beweis ist. Das heisst, dass Arbeitgeber trotz eines vorgelegten Arztzeugnisses in der Regel nicht machtlos sind. Er präsentierte neun Fallbeispiele, die Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit zulassen, und erläuterte konkrete erlaubte Fragen an den Arzt, um die Arbeitsunfähigkeit besser einschätzen zu können.

Arbeitgeber sind nicht so machtlos, wie man glauben mag
Dr. Hugentobler ging auch besonders auf den Umgang mit Kündigungen trotz vorliegender Arztzeugnisse ein und wies auf den Einsatz von vertrauensärztlichen Untersuchungen hin. Abschliessend wurde über Lohnansprüche und Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung diskutiert, und es wurde die Bedeutung der Versicherungskoordination und des Case Managements hervorgehoben, um eine umfassende Unterstützung für betroffene Mitarbeitende zu gewährleisten. Dr. Hugentobler schaffte es erneut, komplexe rechtliche Themen anschaulich und unterhaltsam zu vermitteln, was von den Teilnehmenden sehr geschätzt wurde.

Fazit des Abends: Arbeitgeber sind längst nicht so machtlos und können im Zweifel die ein oder anderen rechtlich erlaubten Schritte unternehmen, um Missverständnisse im Zusammenhang mit Arbeitsunfähigkeitszeugnissen zu minimieren. Die Veranstaltung bot wertvolle Einblicke und praktische Ratschläge für den Umgang mit arbeitsplatzbezogener Arbeitsunfähigkeit und deren möglichen Übergang zur Invalidisierung. Wir danken Dr. Hugentobler für seine gewohnt professionelle Präsentation sowie allen Teilnehmenden für das Interesse und freuen uns auf den nächsten Anlass.

Während unserer Wirtschaftswochen schlüpfen jugendliche Kantischüler:innen und Lernende aus IVS-Firmen in die Rolle der Geschäftsleitung. So lernen sie wirtschaftliche Zusammenhänge aus eigener Erfahrung kennen.Wir wünschen allen Teilnehmer:innen eine abwechslungs- und lehrreiche Woche!

Übrigens: Die Schaffhauser Wirtschaftswoche existiert bereits seit 50 Jahren! Damit ist die IVS ist eine der ersten Partnerinnen, mit der die Ernst-Schmidheiny-Stiftung die Wirtschaftswochen durchgeführt hat.

Die IVS unterstützt eine Stärkung der Schaffhauser Kitas. Und das ist dringend nötig, denn die Schaffhauser Kinderbetreuungs-Institutionen kommen aufgrund verschärfter regulatorischer Anforderungen sowie steigendem administrativen Aufwand immer stärker unter Druck. Dabei ist eine einfache und finanziell attraktive Vereinbarkeit von Beruf und Familie elementar, um dem zunehmenden Fachkräftemangel Einhalt zu gebieten.

Die neu gegründete «IG Kitas Schaffhausen» setzt sich für verbesserte Rahmenbedingungen für die Branche ein. Die IVS unterstützt diese Initiative mit einem finanziellen Beitrag für den Aufbau der IG Kitas Schaffhausen.

Zur Medienmitteilung

Zum Projekt «Tagesstrukturen»

 

Jugendliche mit Beeinträchtigungen stehen bei der Lehrstellensuche vor besonderen Herausforderungen. Der Kurzfilm «Annalena» von Elina Moretti zeigt dies auf eindrückliche Weise auf. Entstanden ist dieser Kurzfilm dank der Unterstützung durch das Projekt «Zebra» und der Auszeichnung mit dem Prix Vision. Am 5. November 2021 wurde dieser im Kinepolis gezeigt, gefolgt von einer Podiumsdiskussion zum Thema «Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung».

Rund 90 Firmenvertreter aus der Region Schaffhausen fanden sich anfangs November 2021 im Kinepolis ein, um mehr über die Arbeitsintegration von Menschen mit Beeinträchtigung zu erfahren. Im Zentrum des Abends stand der Kurzfilm „Annalena“, den die Maturandin Elina Moretti im Rahmen ihrer preisgekrönten Arbeit erstellt hat. Ihre Hörbehinderung stellte Annalena Ege bei der Lehrstellensuche vor grosse Schwierigkeiten. Schliesslich gab ihr die Firma Moretti Maler eine Chance – was sich als Win-Win-Situation für alle Beteiligten herausstellte.

Im anschliessenden Podiumsgespräch teilten Firmenvertreter:innen ihre Erfahrungen in der Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung. Das Gespräch mit ihnen sowie Annalena Ege und Elina Moretti wurde durch Dr. Matthias Wipf in gewohnt professioneller und humorvoller Art und Weise hervorragend geleitet. Die Herausforderungen für beeinträchtigte Menschen, eine Lehr- oder Arbeitsstelle zu finden, wurden ebenso thematisiert wie auch die Ängste und Hürden von potentiellen Arbeitgeber*innen.


Projekt „Zebra“: berufliche Integration von einzigartigen Menschen

Ziel des Projektes «Zebra» ist die Integration von Lernenden mit Lern- und Leistungsdefiziten in die Privatwirtschaft. Dazu werden laufend IVS-Mitgliederfirmen wie auch weitere Unternehmen gesucht, welche möglichst regelmässig Praktikumsplätze anbieten können. In diesen idealerweise mehrmonatigen Praktika werden Lernende der altra schaffhausen auf die Rahmenbedingungen im 1. Arbeitsmarkt vorbereitet. Insgesamt konnten bereits weit über 100 Praktika realisiert werden. Besonders erfreulich ist, dass jedes Jahr einige dieser Praktika zu Anschlusslösungen im Praktikumsbetrieb oder Zusatzausbildungen führen.

«Zebra» wurde von der IVS zusammen mit der altra schaffhausen gegründet. Seit 2020 wird es zudem vom Kantonalen Gewerbeverband Schaffhausen unterstützt.

zebra-integration.ch