Die IVS im Jahr 2025 – und ein Blick voraus
2025 war für die IVS ein Jahr, in dem sich vieles gleichzeitig bewegte: Die Debatte um Standortfragen wurde rauer, der politische Takt wurde schneller, und in den Kommissionen ging es weniger um Grundsatzpapiere als vielmehr um konkrete Projekte.
Die IVS wird getragen von vielen freiwillig engagierten Persönlichkeiten der regionalen Wirtschaft. Um ihnen allen zu danken, lud die IVS im Juni 2025 zum IVS-Dankesanlass in das Klostergut Paradies ein. Dort erhielten wir Einblick in den geplanten Hotelneubau und besuchten die historische Eisenbibliothek.
Damit ein Verband wie die IVS funktioniert, ist neben dem Ehrenamt auch organisatorische Professionalität im Hintergrund gefragt. Das vergangene Jahr war das erste, welches die neue IVS-Geschäftsstellenleiterin Sonja Schilling im Alleingang gemeistert hat. Sie hat sich rasch in ihre Rolle eingefunden und führt unsere Geschäftsstelle umsichtig und gut organisiert.
Der erste Grossevent der IVS im vergangenen Jahr war die Mitgliederversammlung in Thayngen. Nach den klassischen Traktanden gaben die Kommissionen und Co-Präsidenten Einblick in ihre Schwerpunkte 2024 und 2025. Highlight des Abends waren der Talk mit Unternehmer und Ex-Nationalrat Ruedi Noser sowie die wertvolle Möglichkeit, mit anderen Unternehmern sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung zu netzwerken. Die IVS-Schifffahrt stand im vergangenen Jahr unter dem Motto «KI: Chancen und Risiken aus Sicht von Schaffhausen», ein Themenfeld, das aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Entsprechend widmete sich auch ein Anlass im Rahmen unseres englischsprachigen International Forums 2025 den Einsatzmöglichkeiten von KI im beruflichen Alltag.
Politische Engagements 2025
Die Ersatzwahl in den Ständerat bildete für die bürgerlichen und wirtschaftsnahen Kräfte Schaffhausens die Möglichkeit, nach dem Sitzverlust 2023 wieder einen zweiten Vertreter nach Bern zu schicken. Nachdem sich SVP und FDP auf einen Kandidaten geeinigt hatten, gab auch die IVS frühzeitig eine klare Empfehlung für Severin Brüngger ab. Zusätzlich setzte die IVS eine gemeinsame Verbandskampagne mit dem Kantonalen Gewerbeverband KGV und dem HEV Schaffhausen um, in welcher Brüngger als wirtschafts- und standortpolitisch verlässliche Stimme positioniert wurde. Mit Erfolg: Seit September 2025 vertritt Severin Brüngger gemeinsam mit Hannes Germann Schaffhauser Anliegen in Bern. An dieser Stelle verdanken wir gerne noch einmal das herausragende Engagement unserer Kommunikationsleiterin und Wahlkampfleiterin Nina Schärrer.
Auch im Abstimmungskampf gegen die Erbschaftssteuer-Initiative der Juso hat die IVS klar Stellung bezogen und vor Abwanderung, Steuerausfällen und schleichendem Abbau von Arbeitsplätzen gewarnt.
Verschiedene Vernehmlassungen, Interventionen und Diskussionen mit Politik und Behörden gehörten weiter zum belebten 2025.
Aus den Kommissionen
Vier IVS-Kommissionen setzen sich für eine ständige Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Region Schaffhausen ein:
Die Schwerpunkte der Wirtschafts- und Infrastrukturkommission lagen 2025 auf der weiteren Priorisierung der 2. Fäsenstaubröhre und Qualitätsverbesserungen bei Bahnverbindungen; dem Austausch mit Stadt und Kanton bezüglich Ausgestaltung der Industriezonen und Arbeitsflächenmanagement; der ersten eigenen Umsetzung des IVS Innovationspreises und dem Vorantreiben des Tagesstruktur-Angebots im Kanton.
Zum Jahresrückblick der Wirtschafts- und Infrastrukturkommission
Die Steuer und Finanzkommission beschäftigte 2025 vor allem eine Entwicklung: Das bisherige Steuermodell als Standortargument gerät unter Druck. Auslöser war das Zusammenspiel aus OECD-Mindeststeuer und dem US-Sonderregime. Die Kommission hat die laufend wechselnden OECD-Verlautbarungen eng verfolgt, den Austausch mit kantonalen Stellen und Unternehmen gesucht und nach Massnahmen zur Stärkung der Rahmenbedingungen gefragt.
Zum Jahresrückblick der Steuer- und Finanzkommission
Die Umwelt und Energiekommission hat 2025 praxisnah gearbeitet: Sie identifizierte Themen, bei denen viele Betriebe Orientierung brauchen, ohne dass die IVS eine Fachberatung ersetzen will. Die drei Schwerpunkte für 2026 sind: PFAS; Zielvereinbarungen bezüglich Energieverbrauch und CO2-Ausstoss sowie Kreislaufwirtschaft und Prozesswärme.
Zum Jahresrückblick der Umwelt- und Energiekommission
Die Arbeit der Bildungs- und Personalkommission orientierte sich 2025 an den Massnahmen aus der “Handlungsanalyse Fachkräftemangel”. Konkret geht es um die Schnittstellenpflege zwischen Industrie und Schule sowie um die Einführung eines Berufsbildungsfonds, welcher Lehrbetriebe finanziell entlasten soll. Zudem wurde an zwei Erfa-Anlässen über Rekrutierung im KI-Zeitalter sowie über arbeitsplatzrechtliche Themen informiert und rege diskutiert.
Zum Jahresrückblick der Bildungs- und Personalkommission
Ausblick 2026
Wenn man die Signale einer Zeitenwende und Umgestaltung der Weltordnung ernst nimmt, ist die richtige Haltung für 2026 nicht “weiter so”, sondern “schneller, mutiger und smarter”. Die Welt wird protektionistischer, der Steuerwettbewerb verschiebt sich, und der Vorteil tiefer Steuern schwindet durch neue OECD-Regeln. Deshalb steigt der Druck auf Standorte wie Schaffhausen, Unternehmen mit neuen Argumenten zu halten.
Schaffhausen droht eine reale Gefahr. Denn ein grosser Teil unserer Steuereinnahmen stammt von angesiedelten Firmen ohne Produktion. Diese sind geografisch sehr flexibel. Sollten sie sich aufgrund veränderter Rahmenbedingungen neu ausrichten, fehlen uns plötzlich Mittel, die in den letzten Jahren für Ausbau, Infrastruktur und Verwaltung selbstverständlich waren. Dann könnte “weniger” schnell zum dominierenden Wort der nächsten Jahre werden.
Die IVS-Co-Präsidenten haben diese Thematik bei der Regierung eingebracht und kürzlich mit den Schaffhauser Nachrichten besprochen. zum Artikel
Die IVS ist dann am stärksten, wenn sie Fachwissen aus den Mitgliedfirmen bündelt und daraus praxistaugliche Positionen formt und diese aktiv und gezielt in die Politik und die Verwaltung einbringt. 2026 dürfte um einiges anspruchsvoller und das Wirken für bessere Rahmenbedingungen noch wichtiger werden. Gerade deshalb lohnt sich unser gemeinsames Engagement, weil die Weichen für unser Schaffhausen der Zukunft jetzt gestellt werden.
